Beer Pong Wurftechniken

Die drei Phasen des sicheren Wurfes

Es sind die letzten Sekunden des Finales um die deutschen Beer Pong Meisterschaften. Die Nerven sind gespannt wie Drahtseile, denn der entscheidende Wurf steht unmittelbar bevor.

In solchen Situationen gilt es alle Routinebewegungen perfekt abzurufen. In unzähligen Partien zuvor wurden die Wurfvorbereitung und der Bewegungsablauf perfektioniert. Doch bis zum Erreichen dieses Leistungsniveaus muss der eigene Wurf präzise definiert und stetig verbessert werden. 

Phase 1: Die Wurfvorbereitung

Beer Pong Wurfvorbereitung

Häufig wird diese Phase des Wurfs unterschätzt. Dies kann jedoch fatale Folgen haben, denn es ist sehr wichtig den Ball immer wieder in den selben Ausgangszustand zu versetzen. Nach einigen Würfen sammelt sich reichlich Bier und Staub am Ball. Erfolgt der Wurf mit diesem unreinen Ball, klebt dieser häufig noch für den Bruchteil einer Sekunde am Finger fest. Dies führt jedoch auf der langen Flugstrecke von bis zu 2,5m zu einer erheblichen Abweichung des Auftreffpunktes. Dadurch wird ein kontrollierter Wurf, besonders wenn nur noch wenige Becher verblieben sind, nahezu unmöglich.

Abhilfe schafft man durch die Reinigung in zwei Schritten. Zuerst nutzt man den Wasserbecher um den Schmutz und Bier zu entfernen. Zusätzlich kann man auch die eigenen Fingerspitzen kurz mit Wasser benetzen. Anschließen prellt man den Ball einige Male auf dem Spielfeld. Dadurch perlt das Wasser am Ball ab und man fokussiert sich innerlich auf den Wurf.

Phase 2: Der Wurfgriff

Prinzipiell können verschiedene Wurfgriffe unterschieden werden. Diese sind in ihrer Qualität kaum unterschiedlich. Wichtiger ist es vielmehr, eine Wurfbewegung zu entwickeln, die zum eigenen Bewegungsablauf passt. Zu Beginn sollte man sich durchaus an einigen Techniken versuchen. Spätestens wenn man die erste Serie gestartet hat und On Fire ist, findet man seinen eigenen Wurf. Nichts desto trotz unterscheiden sich die Wurftechniken voneinander. Exemplarisch werden im Folgenden drei weitverbreitete Wurftechniken kurz vorgestellt.

2-Finger-Wurf
2-Finger-Wurftechnik

Der 2-Finger-Wurf wird mit der Handinnenseite in Richtung der gegnerischen Becher ausgeführt. Dabei wird der Ball lediglich von Zeigefinger und Daumen fixiert. Dies hat zur Folge, dass ein gleichmäßiges Öffnen der Hand während der Wurfbewegung einfacher ist. Jedoch ist der Ball weniger stabil in der Hand. Deshalb eignet sich diese Technik besonders für hohe Flugkurven.

3-Finger-Wurf
3-Finger-Wurftechnik

Der 3-Finger-Wurf zeichnet sich durch eine sehr stabile Ballposition aus. Dies wird durch die Fixierung mit drei Fingern erreicht. Der zusätzliche Hilfsfinger ist dabei der Ringfinger. Daher eignet sich der Wurf auch für niedrige Flugkurven. Für eine erfolgreiche Ausführung ist vor allem das Entfernen der Finger vom Ball zum gleichen Zeitpunkt entscheidend.

Rückhand-Wurf
Rückhand-Wurf

Einen gänzlich anderen Ansatz verfolgt der Rückhand-Wurf. Dabei wird der Handrücken den gegenerischen Bechern entgegengestreckt. Der Wurf erfolgt über eine Abroll-Bewegung des Handgelenks. Während das Handgelenk langsam nach hinten überklappt, öffnet man die Finger und der Ball entweicht. Dieser Wurf ist technisch am anspruchsvollsten. Beherrscht man ihn jedoch, ermöglicht er sehr hohe Flugkurven. Dies wiederrum verringert die Wahrscheinlichkeit, dass der Ball aus dem Becher hinausspringt.

Phase 3: Die Flugkurve

Beer Pong Würfe

Die Abbildung verdeutlicht die drei verschiedenen Varianten der Flugkurve. Da der Bounce abgewehrt werden darf, handelt es sich dabei um eine Sonderform. Diese bleibt bei der Betrachtung des Standard-Wurfes außen vor. Der Fastball ermöglicht das einfachere Anvisieren eines Bechers. Durch die gerade Flugkurve springt der Ball jedoch einfach vom Becherrand ab. Daher muss der Wurf sehr präzise angesetzt werden. Der Arcshot hat eine hohe Flugkurve. Dadurch ergibt sich ein größeres Trefferfeld für den Wurf. Jedoch ist es deutlich anspruchsvoller, den Arcshot präsize zu treffen. Dies gilt umso mehr, wenn nur noch wenige Solo Cups auf dem Tisch stehen. Häufig wird von Spielern daher keine Reinform gespielt, sondern zu einer Mischvariante zwischen Fastball und Arcshot zurückgegriffen.

Die mentale Komponente & das Gesamtbild

Greift man die Eingangssituation im Finale der Deutschen Meisterschaften wieder auf, wird deutlich, dass ein guter Wurf allein nicht ausreichend ist. Vielmehr muss der Wurf auch in Drucksituationen und bei Ablenkungsmanövern der Gegner stabil sein. Gerade in diesen entscheidenden Situationen ist es besonders wichtig, dass der Wurf über ein rundes Gesamtbild verfügt. Durch die intensive Übung an dieser Bewegung gewinnt man Vertrauen in den eigenen Wurf. Außerdem fällt es leichter, den Fokus nicht aus den Augen zu verlieren. Daher sollte man sich selbst Zeit geben, den eigenen Wurf zu formen.

Autor: Steffen Jecke


Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Sonja (Donnerstag, 01 Juni 2017 11:52)

    Also ich hab bisher die Bälle immer zum normalen Tischtennis genutzt. Aber letzte Woche mal Bierpong mit dieser Anleitung ausprobiert und es macht genau so viel SPaß ;)

  • #2

    Beer Pong Champion (Samstag, 14 Oktober 2017 12:28)

    Coole und ausführliche Anleitung!
    Macht mit einem eurer Beer Pong Tische umso mehr Spaß ;)